Nathalie – Adenokarzinom Figo 1a1

Heute stellt sich Nathalie vor. Sie ist 37 und hatte ein Adenokarzinom (Figo 1a1).

”Meine Geschichte beginnt mit der jährlichen Routinekontrolle im Februar 2022 bei der ein Pap 2 und HPV 16 festgestellt wurde. Meine Gyn riet mir zu einer Kolposkopie, welche ich in einer Klinik durchführen lies. Ich habe mich dort sehr unwohl und nicht richtig aufgeklärt gefühlt, aber lt Ergebnis der dortigen Ärztin war alles in Ordnung, lediglich eine chronische Entzündung wurde festgestellt. Bei der Kontrolle 6 Monate später war es diesmal Pap3. Wieder Empfehlung zur Kolposkopie. Ich entschied mich für eine andere Klinik auf Empfehlung meiner Nachbarin. Dort habe ich mich sehr gut aufgehoben gefühlt. Der Arzt hatte 2 auffällige Bereiche entdeckt, Proben entnommen und mich wegen des Ergebnisses Sonntags(!!) persönlich zurück gerufen.

Proben waren unauffällig, aber er empfahl mir eine Kontrolle in 3 Monaten und bei Pap 3 oder schlechter, eine Konisation. Also wieder Entwarnung aber mit mulmigem Restgefühl. Nach dem Abstrich im März 2023 kam der schockierende Anruf 2 Wochen später: Pap 4. Es wurde zur Konisation geraten. Da ich selbst in der Medizin mit Krebspatienten arbeite, habe ich mir sehr viele Gedanken gemacht. Die Konisation wurde im April 2023 gemacht und mir ging es körperlich sehr gut, geistig sah das anders aus. Ich hatte ein schlechtes Gefühl und sehr viel Angst vor dem Ergebnis. Dieses Gefühl sollte sich bestätigen, denn das pathologische Ergebnis bestätigte: INVASIVES ADENOKARZINOM

Da es relativ weit oben war konnte es bei der Kolposkopie nicht entdeckt werden. Tumor war zwar mit genug Abstand entfernt aber sowohl Gyn als auch Operateur rieten zur totalen Hysterektomie mit Salpingektomie (Eileiterentfernung),da der Kinderwunsch abgeschlossen war und mich die Angst quasi aufgefressen hat.

Die Zeit von Ergebnis bis zur OP war mit die schlimmste Zeit.

Da die Koni relativ frisch war mussten wir 6 Wochen warten bis zum Eingriff. Ich hatte Angst vor der Op, den Schmerzen danach & dem Ergebnis. Ich habe viel geweint. Zum Glück habe ich einen Partner der mich wirklich unterstützt, auch wenn es für ihn auch nicht leicht war. Unserem Sohn haben wir erstmal nichts erzählt, da er kurz vor der Abschlussprüfung stand. Er dachte ich werde operiert, weil ich immer so Probleme hatte mit Schmerzen und Blutungen bei der Periode, mittlerweile weiß er aber Bescheid.

Die Gebärmutter wurde am 15.06.2023 laparoskopisch-vaginal im Ganzen entfernt. Die ersten 2 Tage hatte ich starke Schmerzen, da die Luft aus dem Bauchraum nicht weg wollte. Ich bin aber am 1 Tag nach Op direkt schon kurze Strecken gelaufen, damit wurde es besser. Nach Hause durfte ich am 4 Tag nach der Operation, aber schonen war angesagt. Als das Ergebnis 1 Woche später da war hab ich erstmal geweint. Es wurde zwar noch ein kleiner Herd gefunden aber es wurde alles entfernt und laut Arzt bin ich nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen.

Ich war nach der Operation 7 Wochen krank geschrieben und hab mich in dieser Zeit sehr geschont. Die erste Nachkontrolle hab ich gerade hinter mir. Die Angst ist geblieben, aber schwächer geworden und ein wenig in den Hintergrund getreten.

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Foto und Text: Nathalie Pautsch

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